Bad Bramstedt - Jesus Guter Hirt

Gemeinde vor dem 2. Weltkrieg

Auch für die sehr kleine Diasporagemeinde wurde in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg Gottesdienst gehalten. 

Als Kirche Nr. 1 diente die Gastwirtschaft von Frau Fuhlendorf am Bleeck. Nachts zuvor waren noch Tanzveranstaltungen, so roch es morgens oft schrecklich nach Rauch. Auch mußte der Saal vor Gottesdienstbeginn noch notdürftig gereinigt und hergerichtet werden.

Kirche Nr. 2 wurde dann das Kino am Bahnhof. Die wenigen Erstkommunikanten brachte man für einen "Intensivkurs" für 2 Wochen nach Neumünster, Kinder von 7-14 Jahren. Einmal im Monat kam ein Kaplan von Neumünster mit einem klpprigen Motorrad, um eine Sonntagsmesse zu lesen. Eine Helferin klappte einen Altar aus einem Schrank heraus. Die Gemeinde war klein. Die Zeiten 1942 waren schlecht. An einem Weihnachtsfest wurde der Gottesdienst von einer Schar Soldaten besucht. Man sang, freute sich über das wärmende Öfchen. Am Schluß gab es von diesem Ofen noch eine Tasse heißen Kakao. 1943 konnte man das Weihnachtsfest noch in dem Kinosaal begehen, doch dann wurde er beschlagnahmt zur Lagerung von Pioniermaterial. Gerade noch rechtzeitig konnte man die Gegenstände der kath. Kirche mittels eines Pferdewagens in Sicherheit bringen.

Kirche Nr. 3 wurde der Gemeindesaal der evangelischen Kirche. Das Jahr 1945 war gekommen. Von Woche zu Woche strömten Flüchtlinge nach Bad Bramstedt und in die umliegenden Orte.

Durch die Vermittlung eines kath. irischen Militärkaplans bekam die Gemeinde eine ausgediente Militärbaracke: Kirche Nr. 4.

Bad Bramstedt Jesus Guter Hirt Kirchenbaracke 1948 Innenaufnahme
Das Foto zeigt die Baracke 1948 Innen. Knien mußten die Gottesdienstbesucher auf dem sehr kalten Fußboden;  ein Ofen wärmte die, die ganz nahe saßen und es qualmte wie in einer Räucherkammer.Die erste Erstkommunion fand 1947 in Bad Bramstedt statt. Das Bild zeigt die Kinder. Später wurde die Kirchenbaracke dann zum Viehstall in Großenaspe umfunktioniert. Dort steht sie heute noch.